Wenn man in eine neue Wohnung zieht, hofft man natürlich, dass die Schimmelprobleme aus der alten Wohnung nicht ebenfalls mit umziehen. Doch der feuchte Wechsel in den Herbst sorgte auch in der neuen Wohnung innerhalb kürzester Zeit zuerst zu schwarzen Rändern am Fensterrahmen und bald auch in den Zimmerecken an den Wänden Richtung Außenwand. Jeden Morgen waren die Scheiben extrem nass und auch Lüften half nichts. Nach wiederholtem Beschweren und einem Nichteingreifen des Hausmeisters sollte dann die Schimmelexpertin der Baugenossenschaft geschickt werden, doch es kam nur ihre Vertretung, die uns eine hohe Luftfeuchtigkeit bestätigen konnte und auf falsches Lüften verwies, die einfache Lösung also. Daher wurde die Katze dann zwei- bis dreimal täglich weggesperrt, damit wir bei immer kälter werdenden Temperaturen durch weiteres Stoßlüften die Luftfeuchtigkeit immerhin von 90% zurück auf 70% bekommen konnten, was nun auch nicht gerade ein guter Werte war.
Nachdem natürlich in kürzester Zeit die vom Maler behandelten und übermalten Stellen wieder schwarz wurden und auch die dann in den Fenster installierten Zwangsentlüfter nichts brachten, war irgendwann guter Rat teuer. Und doch sollte sich dann alles durch eine plötzliche Eingebung meiner Freundin ändern. Der fiel nämlich auf, dass der kleine Lüftungsschacht im Bad nicht mehr richtig Luft zog, also machten wir ihn auf und wurden von Dreck fast erschlagen. Der Schacht war so voll und verdreckt, dass natürlich sämtliche nasse Luft vom Duschen ihren Weg durch die Wohnung suchte und dadurch logischerweise für enorme Luftfeuchtigkeit sorgen musste! Nachdem wir den Schacht gereinigt hatten, hatten wir fast sofort normale Werte um die 50%.
Natürlich haben wir mit dem Stoßlüften weiterhin nicht aufgehört, aber alle Mieter mit ähnlichen Problemen sollten sich nicht einfach nur mit der Aufforderung zum Lüften zufrieden geben, in den meisten Fällen sind die schlechte Isolierung der Außenwand oder eben fehlende und verstopfte Abluftmöglichkeiten in der Wohnung die Ursache. Vernünftig lüften sollte man natürlich trotzdem und ich empfehle jedem ein Hygrometer, das Temperatur und Luftfeuchtigkeit eines Raumes misst. Denn ist der Schimmel erstmal da, ist es oft schwer, ihn wieder loszuwerden!